Sonntag, 12. August 2012

Erntezeit

gute Ernte


Die Erntezeit ist eine wundervolle, arbeitsintensive Zeit im Jahr und auch mit ein wenig Wehmut verbunden.
Einerseits kann man jetzt auf seine liebevollen Bemühungen zurückschauen und in Kilo angeben. Andererseits bleiven schon einige Beete leer und man wird das Gefühl nicht los, dass man dem Herbst ein Stück näher gerückt ist.

Kartoffelwächterin
Beim ausgraben der Kartoffeln muss man immer ein wenig behutsam zu werke gehen, weil sich so manche unechte "Kartoffel" tief in die Erde gegraben hat. Ich nehme dazu immer eine Grabegabel und hebe das Kartoffelnestchen aus. In diesem Jahr hatten wir eine rotschalige Kartoffelsorte gewählt und wir wurden nicht enttäuscht. Sie ist sehr geschmackvoll, gelbes Fruchtfleisch, sehr fest kochend---eine exzellente Salatkartoffel. Aber natürlich auch als Pellkartoffel frisch ein Hochgenuß.



nun beginnt die Einweckzeit


Diese unglaubliche Gurkenernte ist leider nicht bei uns gewachsen. Die haben wir quasi als Urlaubsvertretung übernommen, weil die lieben Menschen, welche diese Gurken ihr eigen nennen können, nun Urlaub von Hof und Garten machen wollen und so werde ich heute und morgen die Tage nutzen, um in meinen schönen Tontöpfen Senfgurken und Salzgurken einzulegen.

Ich freue mich sehr darüber und wünsche euch eine gute Ernte, eure Sylvaine.

Montag, 18. Juni 2012

Nützlinge zu Schädlingen

es scheint eine gute Ernte zu werden

die Pflanzen stehen gesund da









Die Gurken im Gewächshaus wachsen und gedeihen. Die Ersten haben schon den Weg auf unseren Abendbrottisch gefunden.





fast Erntereif









Nun haben sich aber auch andere Interessenten eingefunden. Gestern habe ich Blattläuse an einigen Gurkenblättern entdeckt.








Marienkäferlarve herunter geschüttelt




Da ich weiß, dass es im Holunder in diesem Jahr auch soviele Blattläuse gibt, bin ich gucken gegangen, ob sich die Nützlinge schon eingestellt haben. Und richtig. Am Holunder wurde ich fündig.
Hier sitzen die gefräßigen Marienkäferlarven und verspeisen eine Blattlaus nach der Anderen. Also hab ich ein paar dieser gefräßigen Larven heruntergeschüttelt und ins Gewächshaus getragen.






Marienkäferlarve im Gewächshaus






Hier können sie nun genüßlich Blattläuse fressen.















Am Kohl sitzt auch die weiße Fliege. Da habe ich gestern das erste mal ein Rapsöl-Wasser-Gemisch gespritzt und werde  mal noch auf die Suche nach Studentenblumen gehen, die ich dazwischen setzen werde.
Dann müsste ich Ruhe haben.



Wir werden sehen, wie sich das weiter entwickelt, eure Sylvaine

Sonntag, 20. Mai 2012

Rosenträume

Hochzeitsrose Gertrude jekyll

Nun haben wir geheiratet! JA! Im Wonnemonat Mai....



ein wenig verschämt und doch so prachtvoll

Zur Hochzeit bekamen wir auch zwei wundervolle Weinstöcke und alte englische Rosen für einen neuen Rosengarten. Ich sehe mich schon in Latzhose und Strohhut am Morgen meine Rosen begrüssen und ein wenig die alten Blütenstände verschneiden...
Heute Morgen erstrahlte Madame Gertrude in schönstem Glanz. Fein hat sie ihre Blütenblätter geöffnet und zarter Duft, welcher sich zur Mittagssonne hin immer mehr steigert, entströmte ihren vollen Blüten. Ich liebe sie!!!!


Ich bin auf Sir Thomas und William sehr gespannt, aber die Herren lassen noch ein wenig auf sich  warten.


auch der Mohn entknittert sich



Als Beipflanzen für den Rosengarten habe ich noch Lavendel ausgesät. Da bin ich sehr gespannt, wie er sich so macht und ob genügend Pflanzen aufgehen werden.







fertig bestellte Beete



Im Garten habe ich nun alle Beete bestellt. Es wir auch Zeit, so Mitte Mai! Aber, wie schon in den vergangenen Jahren, war es klug zu warten. machte doch die kalte Sophie wieder ihrem Namen alle Ehre. Es war doch in der vergangenen Woche noch mal so richtig kalt in den Nächten.




die Zwiebeln schieben kräftig



Nun heisst es giessen, giessen und giessen, ein wenig unerwünschten Wildwuchs entfernen und aufzupassen, dass sich die Raupen nicht im Kohl festbeissen.







Herzlich, Ihre Kalle

Montag, 7. Mai 2012

7 Sinne am 7.

Andiva hatte eine wunderbare Idee. Sie postet auf ihrem Blog immer am 7. jeden Monats, wofür sie ihre 7 Sinne gebraucht hat. Das finde ich spannend und schliesse mich ihrer Aktion an, ist es doch interessant, ob so ein Garten auch wirklich alle 7 Sinne befriedigt?
Welches sind die 7 Sinne?
Hierbei handelt es sich um
Sehen
Hören
Riechen
Schmecken
Gleichgewichtssinn
Tastsinn
und Tiefensensibilität.

Und das habe ich nun am 7.Mai gefunden.
Ich habe den Wind in der Windmühle gehört
ich habe gesehen, wie die Entchen sich zum Teich schlichen
der Fenchel schmeckt unblaublich süß

die Weißdornblüte riecht ein wenig nach Fischlake
beim Felle gerben habe ich dieses wunderweiche Fell gespürt

das Boot wurde mit gutem Gleichgewicht auf den Teich gesetzt
der Harkenstiel war abgebrochen, nun habe ich einen ganz Knorrigen
        Das hat mich nun doch überrascht! Ich habe alle 7 Sinne gebraucht und sehr genossen. Vielleicht probiert ihr es auch mal, eure Kalle


   













Donnerstag, 3. Mai 2012

Was man sieht.....

Salat im Gewächshaus
ist Anfang Mai noch nicht viel--jedenfalls im Garten.
Irgendwie sind die Beete noch ein wenig trostlos und da kribbelt es natürlich schon in den Fingern, endlich alle Beete zu bestellen.
Aber es ist wirklich besser, erst nach den Maifrostnächten die empfindlichen Kulturen rauszubringen. Meist ist die Erde so wieso noch nicht sehr warm und außerdem ist der Garten ja wahrscheinlich im Kopf oder auf dem Plan vollständig gezeichnet.
Der Flieder blüht in diesem Jahr wieder besonders üppig




In diesem Jahr war das Wetter sehr lange kalt, dann kamen extrem heisse Tage und nun ist es wieder sehr kalt geworden. An den heissen Tagen ist aber die Natur förmlich explodiert und hat ein Feuerwerk an Farben, Formen und Gerüchen entfaltet.






Unglaublich viele Tomatenpflänzchen

Im Gewächshaus stehen die Tomaten schon in den Startlöchern. Ich hoffe, dass sie auch Frostnächte dort unbeschadet überstehen. Natürlich habe ich wieder viel zuviele ausgesät, aber am 12.5. ist ja Kunsthandwerkermarkt hier auf dem Hof, vielleicht kann ich ja noch ein paar Pflänzchen abgegeben. Dieses Jahr ist es eine Überraschung, welche Tomaten wir haben werden, da ich die Sämereien von den vielen sehr schmackhaften Sorten im vorigen Jahr abgenommen habe und alles fein auf einem Tuch getrocknet habe. Nun sind sie kunterbunt durcheinander und ich freue mich auf jede Einzelne.

die erste richtige Ernte in diesem Jahr


Im Garten konnten wir neben wohlschmeckenden Kräutern, wie Schnittlauch, Bärlauch, Kresse, Petersilie und viele viele leckere Wildkräuter, schon allerhand Radischen essen. Sie sind in diesem Jahr besonders schön geworden. Ohne Maden, nicht holzig und mit ausreichender Schärfe.





alles noch ein wenig kahl, aber die Zwiebeln stehen doch schon ganz gut


Den Zwiebeln und Erbsen hat der nächtliche Regen sichtlich gut getan---sie schiessen in die Höhe. Wie freue ich mich darüber.



Jetzt gönne ich mir und dem Garten noch ein wenig Ruhe, die empfindlichen Pflanzen werde ich nach der Hochzeit in den Boden bringen, da ist noch Zeit und die Frostgefahr ist gebannt.




Bis bald und ruhig ein wenig Geduld, wünscht Kalle

Donnerstag, 12. April 2012

Die Tiefbeetkultur- Platz für viel Gemüse



Als mein Mann, Lebenstraumpionier, sich für die Idee eines neuen Nutzgartens erwärmte, legte ich ihm die Bücher von Seymor ans Herz und auf den Tisch.

Ich liebe englische Gartenkunst und ich habe eine Schwäche für Träumer. Seymor hat Zeit seines Lebens an Umwelt- und Menschenfreundlichen Lebensperspektiven gefeilt. Seine Idee, sich selbst zu versorgen, mit allem, was der Mensch zum Leben braucht, hat mich sehr berührt. Neben der Ernte von gesundem Obst und Gemüse hat er sich auch sehr mit alten Handwerkskünsten beschäftigt und ausprobiert---ich mache das auch so gern. Und nach vielen verschiedenen Handwerkskünsten bin ich erst einmal bei der Seife und beim filzen, weben und spinnen geblieben---obwohl ja im Moment auch die Gerberei einen etwas größeren Stellenwert einnimmt----

mit geringerem Abstand gesetzter Kohl
so dass sich die Blätter berühren

















Seymor sagt nun aus, dass man seine Familie mit einem Hektar Land rundum selbst versorgen kann. Neben Schweinekoben und Kreislaufwirtschaft---es verlangt auch von dem Einzelnen viel ab. Liebe zu dieser Art Leben und Geschick, auch den unbedingten Willen jeden Winkel des Hektar konsequent zu nutzen. Das tu ich nun leider nicht. Ich habe gern immer auch verwilderte verwunschene Ecken, gebe den Elfen Raum und Ort---

Elfe im Garten
Mein Mann war begeistert von Seymors Ideen und hat sie im Garten auch gut umgesetzt. Da ist als Anfang die Tiefbeetkultur zu nennen. Das bedeutet tief umgraben und den Boden nicht mehr betreten. Durch das tiefe lockern des Bodens können die Wurzeln in die Tiefe, nicht in die Breite wachsen. Das ermöglicht viel dichteres bepflanzen. Das Bepflanzen oder aussäen erflogt nicht in Reihen, sondern in Diagonalen. Hier können die Kulturen bis viermal dichter stehen, als im herkömmlichen Gartenbau. Die Pflanzabstände sollten so gewählt werden, dass sich die Blätter der ausgewachsenen Pflanzen leicht berühren. Da der Boden zwischen den Pflanzen nie betreten wird, läßt sich Unkraut leicht entfernen. Durch das berühren der Blätter wird der Boden gut bedeckt und es ist weniger Wasser vonnöten, da sich unter den Blättern ein Wachstumsförderndes Mikroklima bildet und auch Unkraut läuft nicht soviel auf. Im vorigen Jahr hatten wir so grosse Erträge, dass wir in diesem Jahr bei einigen Kulturen weniger Pflanzen setzen und Anderen wiederum etwas mehr Platz einräumen.

sehr eng gesetzter Kohlrabi

die Blättchen berühren sich schon
 







So werden wir jedes Jahr mit Seymors Hilfe unserem Gartentraum ein Stück näher kommen.

Viel Freude am eigenen Garten, wünscht Kalle

Mittwoch, 4. April 2012

Unser Gewächshaus

Wenn die Frühlingstemperaturen auf sich warten lassen, dann ist es Zeit und Gelegenheit, sich um das Gewächshaus zu kümmern.


Unser Gewächshaus

Unser Gewächshaus ist ja nicht ganz so richtig Eines, eher ist es ja der alte Fahrradschuppen vom Bahnhof, den wir mit einer Glasfront versehen haben. Alles in handlicher Höhe, da der mensch ja auch irgendwann alt wird und dann keine Lust mehr hat auf dem Gewächshausboden herumzukriechen.
Hochbeet im Gewächshaus
Lichtband im Dach





Einige gute Erträge hat uns das Haus schon beschert, obwohl wir bemerkt haben, dass sich unsere Konstruktion eher für den frühen Salatgurkenanbau und für die Voranzucht von einigen Kulturen eignet. Tomaten haben so ihre Schwierigkeiten. Sie werden zwar riesig, aber wenig Früchte und dann diese auch erst extrem spät reifend. Im vorigem Jahr hatten wir zum Beispiel den Salat und Dill im Gewächshaus vorgezogen und wurden mit einer superreichen Ernte belohnt.







Die Salatgurken entwickeln sich prächtig


Heute haben wir nur die Erde vorgewässert und die Scheiben geputzt. Um das Gewächshaus herum haben wir eine witzige Oster---Frühlingsdeko aufgebaut, da es der erste Eindruck ist, den Besucher haben, die auf unseren Hof kommen.
Ein frohes Osterfest wünsche ich Allen

Mit diesem Eindruck wünsche ich allen ein schönes Osterfest,
eure Kalle

Dienstag, 27. März 2012

Ziehbrunnen, unsere Gartenbewässerung

Da es im Moment recht trocken ist, müssen die zarten Keimlingspflänzchen von Radischen und Möhren schon bewässert werden.

Unser Garten liegt auf einem ehemaligem Bahnhofsgelände inmitten von Ackerland und eine Wasserleitung war, weder für das Land, noch für das Haus, vorhanden. Auch im Haus haben wir einen Brunnenanschluss mit einer guten Pumpe.
Dirk beim Bau
Der Garten aber liegt doch ein ganzes Stück vom Haus entfernt. Nun haben wir das Glück, das dort schon ein Brunnen stand und wir aus dem Brunnen Wasser schöpfen können. Eine Handschwengelpumpe leistet zwar gute Dienste, war mir aber nach jahrelanger Erfahrung, zu beschwerlich. Den Eimer an einer Schnur in den Brunnen werfen und mit einer Stange unter die Wasseroberfläche stossen, um dann alles an der Schnur nach oben zu befördern, ist auch sehr kraftraubend.
ein tolles Fotomotiv für meine Sachen
Nun kannte ich aus der ungarischen Puszta Ziehbrunnen und fand, dass sie genau hier her zu uns passen könnten. Er passt sich hervorragend in die Landschaft ein, erleichtert die Bewässerung erheblich und kann, wenn wir nicht mehr sind, einfach umfallen und zu Kompost werden....

hier der erste Test noch mit Steingewicht
Der Eimer, bei einem Ziehbrunnen, ist an einer Stange befestigt, und wenn ich die Stange mitsamt dem eimer in den Brunnen drücke, dann hebe ich hinten das Gewicht in die Höhe. Nun kann ich loslassen und der volle Eimer steigt langsam auf. Ich nehme den Eimer und gieße das Wasser in eine Rinne, wobei es jetzt durch die Rinne in eine schöne Zinkwanne läuft. Dort kann es ein wenig in der Sonne erwärmen, da das Brunnenwasser das ganze Jahr eine Temperatur von 8°C hat. Das ist für einige Kulturen zu kalt.

handgesiedete Seife am Brunnen


Wir haben das Gewicht hinten aus einen Sandsack gebaut, um wirklich auszutarieren, wie ein voller Eimer wiegt.

Die Rinne muss immer schön feucht bleiben, dass sie aufquillt und nicht zuviel Wasser verliert. Zusätzlich habe ich Moos in die Ritzen gedrückt, welches jetzt toll wächst und die Rinne schön dichtet.
Moosdichtung







Ein Ziehbrunnen bekommt von mir das Prädikat: sehr empfehlenswert.

Viele sonnige Tage, wünscht Kalle


Freitag, 23. März 2012

Neuanfang und Nachschlag

Frühling---und der Garten ruft.
einen urigen Zaun gebaut um die Ziegen und Gänse von der zukünftigen Ernte abzuhalten 2011

Im letzten Jahr haben wir alles mit soviel Enthusiasmus begonnen und dann nahm uns der Garten so gefangen, dass der Blog darunter leiden musste.


In diesem Jahr ein Neubeginn---
gerigolte ausgeruhte Erde, 2011

Ich habe aber im letzten Jahr viele Fotos und Erfahrungen gemacht und lass sie in diesem Gartenjahr einfließen.

Da wir im vorigem Jahr, beim anlegen des Gartens, rigolt haben, brauchte jetzt im Frühjahr nur Kompost und Pferdemist untergehoben werden, das Tiefenbearbeiten fällt erst einmal weg. Die Erde fühlt sich noch immer ausgeruht und stark an, und die Planung für die Beete überschneidet sich mit den ersten Aussaaten.


Frühbeet 2012
Frühbeetbau 2011














Die ersten Rasischen sind gekeimt 2012
Das Frühbeet ist bereits bestellt und eine Reihe Möhren, Kresse, das Erbsenbeet sind schon fertig. Auf der Fensterbank sind Paprika und Tomaten gekeimt und die warmen Tage locken nun doch schon die Zwiebeln zu legen.











Neben dem Komposthaufen ist ein Kaninchenhaus "gewachsen".
das wird das Kaninchenhaus 2012


Erholung und Arbeit, Essen und Spaß, gesundes Vergnügen---in diesem Sinne, auf ein Neues,

eure Kalle